PRESSESTIMMEN
gefälligen melodischen Zusammenklang des glockenähnlichen Vibraphons mit der glasklaren, silbrigen Stimme von Stefanie Schlesinger und dem Volumen und Tiefe gebenden Bass von Martin Simon ebenso bestach wie durch sein Repertoire...Das umfasste Eigenkompositionen, aus Broadwaymusicals stammende Melodien des American Songbook, zum Beispiel "Cant help loving this man" aus "Showboat", Jazzstandards wie "Youd be so nice" von Cole Porter, aber auch Eigenbearbeitungen von Lyrik Brechts oder Rilkes sowie Opern-Arien.
Besonders Letzteres fand großen Anklang, denn dem Trio gelang es, die klassischen Kompositionen von jedem Schwulst zu befreien, den zeitlosen Kern herauszuschälen und in neuem Arrangement ganz modern zu präsentieren. Eine Arie aus Samson und Delila mit Rumba-Rhythmus kam auf diese Weise wie eine Mischung aus aktuellem französischen Chanson und der ganz offensichtlich der gleichen Oper entliehenen Filmmelodie von "Raumschiff-Enterprise" herüber.
Was immer der mit temperamentvoller Leichtigkeit spielende, gerne in südamerikanischen Rhythmen
fischende Lackerschmid, Schlesinger mit ihrer sicheren, in Höhe und Tiefe sehr variablen, hörbar
klassisch ausgebildeten Stimme und der agile Bassmann Simon vertonten, klang luftig und perlend.
Auch Lyrikvertonungen gerieten trotz eines Hauchs von Melancholie alles andere als kopflastig.
...Das Bemerkenswerteste am Konzert war, dass Grenzen bedeutungslos wurden. Denn die Musiker
warfen ursprüngliche Kontexte einfach über Bord und bewiesen damit, dass qualitativ gute
Kompositionen zeitlos und genre-unabhängig Bestand haben.
(Volksfreund Trier, 5/2009)
Jazz-Seufzer sorgen für Gänsehaut / Duokonzert in Bad Bederkesa:
Langsam ließ Wolfgang Lackerschmid die Töne aus seinem Vibrafon regnen, weich legte Stefanie Schlesinger ihre Gesangslinien darüber. Dieser gemeinsame melancholische Seufzer in Antonio Carlos Jobims „Dindi“ war nur eines der vielen Beispiele für den jazzigen Zauber, den das Duo in der Burg Bad Bederkesa entfaltete.
„Danke, dass Sie den Mut hatten sich eine solche Besetzung anzutun.“ Augenzwinkernd hatte Stefanie Schlesinger zu Konzertbeginn den spartanischen Sound kommentiert, mit dem das Duo ausgewählte Jazzstandards und ideenreiche Eigenkompositionen präsentierte. Wolfgang Lackerschmid ersetzte mit seinen vier Schlegeln problemlos eine komplette Band. Dabei hielt er den Sound sehr offen.Durch die schlanke Begleitung konnte Stefanie Schlesinger ihre stimmliche Vielseitigkeit ausspielen. Jedes Wort bekam von ihr, auch in schnellen Tempi, seine präzis deklamierte Bedeutung. Ihr A-capella-Intro zu „You’d be so nice to come home to“ war der Gänsehaut-Moment des Abends.Selbst die Standards erhielten frischen Wind, wie „Angel Eyes“, das nicht nur traurig schimmerte, sondern durch den Wechsel zum 5/4-Takt auch eine optimistische Note erhielt.Herzstücke des Abends waren Lackerschmids eigene Stücke. Sie spornten beide Musiker zu ideenreichen Soli an. So setzte der Vibrafonist in dem innigen Chet-Baker-Tribute „Why shouldn’t you cry“ die Töne sparsam, deckte mit dem Pedal nichts zu.Schlesinger improvisierte vor allem mit den Texten und Themen selbst, änderte hier eine Phrase, dehnte dort ein Wort und füllte sie dadurch mit Leben. Als stürmisch erklatschte Zugabe des rundum stimmigen Abends brachten sie eine laszive Vertonung Lackerschmids von Brechts „Die Kuh beim Fressen“ zu Gehör. Mit soviel Erotik wurde sicher noch keine Kuh beobachtet.
(Nordsee-Zeitung, 6/2009)
Zur Uraufführung der Bäsle-Brief-Vertonungen am 30. Mai 2008:
...Bei Schlesinger stach dabei ihre Stimmtechnik und ihre ungewöhnliche Sensibilität für Melodien und Worte heraus. Die eher instrumental gedachten Melodielinien setzte sie in einen sanften und natürlichen Fluss um. Und dass sie Briefe nicht nur heiter-derbe, sondern bisweilen sensuchtsvoll-verzehrende Züge annehmen, zeigte sich in der "Bäsle-Ode", in der das Bäsle so richtig den Blues hatte. Das Ensemble bot an diesem Abend aber auch noch weitere Highlights zwischen Jazz und Klassik. So wurde Mozarts "Non so piu cosa son, cosa faccio" ... als Samba gespielt...
(Augsburger Allgemeine, 2/2008)
Zur "Klassik Jazz Night" beim Kemptener Jazzfrühling:
...DIe Annäherung von Jazz und Klassik war das Thema, und man erlebte unterschiedlichste Varianten dieser Liaison. Eine Sternstunde war etwa wie Stefanie Schlesinger Paminas Aria "Ach, ich fühl`s" aus der Zauberflöte als Jazz-Ballade interpretierte, einfühlsam begleitet von Wolfgang Lackerschmid (Vibraphon), Walter Lang (Piano), Henning Sieverts (Bass) und Rick Hollander (Schlagzeug).
Was sie an Seele in dieses Lamento hineinlegte und wie die Herren dazu ihre Instrumente streichelten, das war pure Magie der leisen Töne. Ihren ganz eigenen Charakter hatten auch die Arie aus "Samson und Dalia" von Saint-Saens und eine barocke Arie von Marcello. Lackerschmids Vertonung eines Mozart-Textes (ein Brief ans Augsburger Bäsle) war höchst originell...
(Allgäuer Zeitung, Kempten 5/2008)
...Dabei überzeugte Stefanie Schlesinger vor allem durch stimmliche Sicherheit und durch die Leichtigkeit, mit der sie auch anspruchsvollste Titel wie "My Funny Valentine" von Richard Rodgers oder "Yesterdays" von Jerome Kern interpretierte. Souverän in Form und Rhythmus präsentierte sie ihre Songs und Melodien, mit begeisternden Scat-Improvisationen brachte sie sich locker in die Band ein. Wolfgang Lackerschmid, in jeder Hinsicht der Meister des Vibraphons, korrespondierte glänzend mit der Sängerin, mal dezent begleitend, mal tonangebend solistisch, aber stets mit filigraner Technik und vielschichtigem Einfühlungsvermögen. Er entlockte seinem Instrument Melodien, Rhythmen, ja beinahe sprechende Töne - ein "Orchester" mit schier unglaublicher Spannweite...
(Augsburger Allgemeine, Rain 2/2008)
...In einem von Balladen dominierten Programm, teils Standards, teils Kompositionen von Lackerschmid, bezauberte die mit Klarheit im Ausdruck und ihrer weichen fließenden Phrasierung und oft sanfter melancholischer Stimme. Doch soviel melancholischer Wohlklang
und eher ruhig fließende Melodien bergen auch die Gefahr der
Eintönigkeit. Dies verhinderte aber Wolfgang Lackerschmid, der sich
nicht nur als exzellenter Begleiter zeigte, sondern mit seinen
fantasiereichen Improvisationen begeisterte und die Akzente
setzte. Ob es nun seine Vertonungen von Gedichten von Rainer Maria
Rilke oder Bert Brecht waren oder einfach seine Interpretationen
diverser Klassiker wie "Blue Skies", "Cheek to Cheek" und "Lullaby of
Birdland"...
(Südwestpresse, Ulm 8/2008)

